An dieser Stelle geht es nicht um einen Artikel über die Demut an und für sich. Es geht auch nicht um die Demut der biblischen Person Timotheus. Es geht um die Zeitschrift Timotheus, deren Sommerausgabe 03/2012 sich ebenjenes Thema ausgesucht hat.
Ein Redaktionsmitarbeiter der Zeitschrift war demütig genug, um Blogger wie mich um eine Rezension zu bitten. Die Situation des Timotheus-Magazins ist ungewiss. Eine Einstellung dieses Magazins wäre schade, sehr schade.
Eines fiel mir beim Lesen dieser Ausgabe auf; besonders in den ersten Beiträgen der jüngeren Autoren – vielleicht bilde ich es mir auch nur ein; doch Folgendes beobachtete ich ganz subjektiv: Ein Feuer, ein Eifer für die Sache des Herrn. Es wäre ein Jammer, wenn dieses Feuer gedämpft werden würde und das Timotheus-Magazin aufhören müsste.
Die Demut-Ausgabe scheint mir dicker als vorherige Zeitschriften zu sein. Ich habe die meisten Artikel gerne durchgelesen … und ein oder zwei zugegebenermassen überflogen. Wie so oft wurde mein Interesse besonders geweckt durch den Biografieanteil der Zeitschrift. Die Ausführungen über C.H. Spurgeon waren sehr ansprechend. Ein Zitat von ihm (allerdings nicht aus dem Artikel über ihn) traf mich auch noch gleich so ziemlich mitten ins Herz:
Es ist für uns von allergrösste Wichtigkeit, dass wir demütig gehalten werden. Es ist eine hassenswerte Illusion, wenn wir uns selbst für wichtig halten, aber eine, der wir so leicht verfallen, wie das Unkraut auf einem Dunghaufen wächst. Wenn der Herr uns gebraucht, träumen wir auch bald davon, wichtig zu sein; wir denken, wir sind für die Gemeinde unersetzlich, tragende Säulen des Werkes und Grundsteine des Tempels Gottes. Wir sind Nichtse und Niemande … (C.H. Spurgeon, zitiert von Waldemar Dirksen in «Mahnung zur Demut, S. 09).
Wahre Worte. Überhaupt ist die Ausgabe voller wahrer Worte. Gottesfurcht und Bibeltreue in einer Zeitschrift von jungen Christen für junge Christen … bemerkenswert … Timotheus darf einfach nicht sterben. Das Magazin hat allerdings einen klitzekleinen Haken, zumindest aus der Sicht der Kreise, in denen ich verkehre:
Timotheus ist überaus calvinistisch und reformatorisch, und das ohne Scheu und ganz ungeniert. Damit habe ich kein Problem. Aber ich weiss, dass dies vielen guten Christen überhaupt keine Freude bereitet. Calvinismus ist ein ähnlich rotes Tuch wie Allversöhnung, dort, in meiner christlichen Lagerecke. Schade – also in Bezug auf den Calvinismus (der dem Dispensationalismus eigentlich sehr nahe stehen sollte; aber das ist wieder ein anderes Thema …).
Wer den reformatorischen Charakter zumindest dulden kann (und eigentlich sollte dies für jeden Evangelikalen kein Problem sein), wird in Demut eine lesenswerte und herausfordernde Zeitschrift erkennen – ohne Schnickschnack, voll geistlicher, fester Speise. Diese Zeitschrift hat sich den Titel «bibeltreu» redlich verdient, und ist nicht nur für Jugendliche empfehlenswert.
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