Wie der Heilige Geist wirklich wirkt

Im englischsprachigen Buch Faith Misguided (1988; vergriffen) schreibt Arthur L. Johnson, warum es falsch wäre, Gottes Reden oder das Wirken des Heiligen Geistes mit inneren Gemütsbewegungen oder Emotionen gleichzusetzen. Ein Auszug:

Die Menschen betrachten Gott als einen Aussenstehenden, der durch unsere Gefühle zu unseren Herzen spricht. Gott ist da draussen und versucht auf eine Weise mit uns zu kommunizieren, die unzureichend und fremdartig für den Verlauf einer normalen Kommunikation ist. Gott lebt jedoch durch Seinen Heiligen Geist in uns. Daher ist die Vorstellung von einem Gott, der von ‹da draussen› mit uns kommunizieren will, falsch. Gott ist in uns. (…) Wir erfahren das Wirken des Heiligen Geistes in uns nicht vorrangig als innere, völlig subjektive, nicht-kognitive Eindrücke, sondern als Gedanken, die weise, gerecht, liebend, freundlich sind – mit anderen Worten: als gottseliges, weises Denken über die Dinge des Lebens. (…) Es gibt also zwei Faktoren, die Gottes Reaktion auf unsere Gebete ausmachen. Gott ‹spricht zu uns›, in erster Linie durch die sachlichen Informationen der Heiligen Schrift. Die Bibel ist Gottes ‹Brief› an uns, Seine ‹Anleitung›, Sein verbaler Teil der Unterhaltung. Wir reden zu Gott im Gebet; Er spricht zu uns durch Sein Wort. Der zweite Teil beinhaltet Seine Herrschaft über unsere ganze Persönlichkeit. Das zeigt sich in unseren weisen Gedanken, Plänen und Worten. Dies sollten wir nicht als ‹unser Werk› betrachten, sodass wir auf solche Weisheit stolz würden. Wo es echte Weisheit gibt, ist die Quelle immer Gott, dem allein Ehre und Lob gebührt. Wenn wir nach Ihm trachten, ‹denken wir Gottes Gedanken›, weil Er unsere Herzen leitet.

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Mein Licht, mein Heil, meine Stärke

In den Sprüchen heisst es (sinngemäss): «Verlasse dich nicht auf deinen Verstand, sondern auf den Herrn (Jahwe)». Mein Verstand kann trügerisch sein, meine Gedankenwelt, meine Vorstellungen, Überzeugungen, Ideen. Darum soll ich mich, so Paulus, erneuern lassen in dem Geist meiner Gesinnung (Epheser 4,23).

Wie ist das möglich? Wie kann ich richtig denken? Es ist möglich, wenn der Herr mein Licht, mein Heil und meine Stärke ist, wie König David in den Psalmen sagt:

Der Herr (Jahwe) ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr (Jahwe) ist meines Lebens Stärke, vor wem sollte ich erschrecken? (Psalm 27,1)

David fürchtete sich nicht vor seine Feinde, weil Jahwe sein Licht, sein Heil und seine Stärke war. Davids Feinde waren Menschen. Sünder und ihre sündigen Taten. Jeder hat Feinde. Mein grösster Feind kann ich selbst sein. Meine sündigen Gedanken. Meine sündigen Taten.

Ich könnte mich fürchten, vor mir selbst, vor der Konsequenz meiner Gedanken, Taten, Sünden. Ich könnte erschrecken, ob der dunklen Tiefen in meinem Herzen. Aber es ist nicht nötig. Ich bin «in Christus». Ich bin ein Kind Gottes. Ich habe endgültig und umfassend erfahren, was es heisst, dass Jahwe mein Licht, mein Heil und meine Stärke ist.

Ich kann jederzeit freimütig Sein Angesicht suchen, zu Ihm beten, Sein Wort lesen, über Ihn nachdenken, nach Ihn trachten. Der Vater wendet sich nie ab. Der Vater verbirgt nie Sein Angesicht vor mir, denn ich bin in Seinem Sohn Jesus Christus, der alles für mich und an meiner Stelle vollbracht hat. Jesus Christus hat meine Ungerechtigkeiten, meine Sünden, auf sich genommen und im Gegenzug mir Seine Gerechtigkeit geschenkt (Römer 5).

Der Herr ist jederzeit mein Licht. Sein Wort ist jederzeit meines Fusses Leuchte. Durch den Heiligen Geist leitet Jahwe mich in Seinem Wort an. Er schenkt mir die nötige Weisheit, wenn ich darum bitte (Jakobus 1). Er ist mein Heil. Er hat mich erlöst. Ich bin unter der Gnade. Er hält mich fest. Er bewahrt mich auf dem Weg in Seinen Himmel. Auch wenn ich strauchle, ich werde nicht fallen und verloren gehen. Er ist meines Lebens Stärke. Wo es mir an Kraft mangelt, und das ist überall, da gibt Er mir Kraft. Er ist meine Quelle, mein Antrieb, meine Freude. Er ist da. Er umgibt mich von allen Seiten (Psalm 139).

Noch kämpfe ich mit meinen sündigen Gedanken und meinen sündigen Taten. Noch kann ich mein grösster Feind sein. Noch kann ich mich fürchten und erschrecken – auch wenn Jahwe, mein Licht, mein Heil und meine Stärke, mich nicht verlässt und nie loslässt. Aber der Tag wird kommen, da mein Verstand, mein Sinn, mein Geist, mein Wesen völlig erneuert sein wird – im Himmel.

Dann werde ich nie mehr mich fürchten, nie mehr mich erschrecken. Dann werde ich Jahwe, den Gott, der mein Licht, mein Heil und meine Stärke ist, von Angesicht zu Angesicht sehen und bei Ihm wohnen.

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«‹Gesegnet sei mein Volk Ägypten›, das wird wirklich passieren»

In einem Interview berichtet der Evangelist und Mitarbeiter des Missionswerkes Mitternachtsruf, Elia Morise, von seinen letztjährigen Missionsreisen nach Ägypten, Gaza und Israel.

Wie ist die Situation der Christen in Ägypten derzeit?

Sie befindet sich zwischen Angst und Ermutigung. Angst ist das natürliche Ergebnis der Situation. Letzten November wurde zum Beispiel ein Bruder, Leiter der Jugendarbeit einer Gemeinde, in Minia entführt. Die Täter hatten 300.000 ägyptische Pfund verlangt, etwas weniger als 30.000 EUR. Es ist schwierig, diesen Betrag in solch einem Land zu sammeln, aber nach drei Tagen kamen alle Geschwister in der Stadt zusammen, um zu beten und zu geben. Manche haben ihre Sachen verkauft, andere haben gespendet, und zwar alles, was sie haben, und manche haben Geld geliehen. Die Gemeinde hat sie nach Kräften unterstützt. Auch das Missionswerk Mitternachtsruf hat mit einem Betrag geholfen. Ich habe den Bruder persönlich besucht, als er freikam. Er ist sehr dankbar für seine Geschwister hier und in Ägypten. Das Ermutigende an der Situation in Ägypten ist, dass die Geschwister viel zusammenkommen, um Gottes Wort zu hören und zu beten. Es ist wie in Apostelgeschichte 12, als Jakobus umgebracht und Petrus verhaftet wurde. Die Gebetsstunden sind sehr stark geworden, auch die Hauskirchen. Besonders weil viele Kirchen verbrannt worden sind, gibt es jetzt mehr Hausgemeinden. Durch das Gebet und Gottes Wort werden die Geschwister in Ägypten ermutigt. Diese Mischung von Angst und Ermutigung schlägt sich auch in den Predigten und in den Gebeten nieder.

Wie kamen Sie zu einem Missionseinsatz im Gazastreifen?

Es fing damit an, als ich eine Nachricht über die Situation der Christen in Gaza las. Sie leben in Angst. Die Gemeinde wird sehr wenig besucht und Familien brauchen wirklich Unterstützung. Ich begann für Gaza zu beten, besonders, weil ich es bis dahin noch nie besucht hatte und kaum Informationen hatte. Dann rief mich ein Bruder im Herrn an und fragte, ob ich bereit sei, mit ihm nach Gaza zu reisen. Er lebt in den USA und ist Ägypter mit US-Staatsbürgerschaft. Eines Abends sass ich in unserem Wohnzimmer und bekam plötzlich einen Skype-Anruf vom Pastor in Gaza. Er sagte: «Ich habe von dir gehört durch Radio Neue Hoffnung. Auch habe ich deine Fernsehprogramme über Familie und Erziehung gesehen. Bruder Elia, kannst du dir vorstellen, uns in Gaza zu besuchen und ein Familien-Seminar zu geben? Ich weiss, das ist nicht einfach, aber wir beten und wir brauchen solche Helfer.» Natürlich war dann für mich klar, dass Gott will, dass ich die Reise mache. Obwohl der Weg nicht einfach war, hat Gott mich dort getragen und gesegnet.

Wie verlief denn der Weg in den Gazastreifen?

Ich flog nach Israel, ging nach Bethlehem und reiste am nächsten Tag von dort mit dem Taxi weiter. Am ersten Grenzübergang zum Gazastreifen musste ich erst einmal vier Stunden warten, bis die israelischen Soldaten mich passieren liessen. Dann stand ein Zwei-Kilometer-Fussmarsch bis zur nächsten Grenzstation bevor. Dort kontrollierten mich die Fatah-Soldaten. Ich konnte nun zwar mit einem Taxi weiterreisen, kam dann aber zur Grenzstation der Hamas. Die Hamas-Soldaten liessen sich Zeit mit ihrer Prüfung. Das war für mich eine Gelegenheit, von Jesus Christus zu erzählen. Daraufhin durfte ich meine Reise fortsetzen und ein Taxi setzte mich 45 Minuten später in Gaza-Stadt ab.

Wie kam es dazu, dass Sie an der Hamas-Grenzstation von Jesus erzählen konnten?

Der Offizier der Hamas schaute meinen Reisepass an und fragte mich dann laut: «Wie heisst du?!» Ich verstehe, warum er so reagierte. Ich bin zwar Araber/Ägypter, habe jedoch einen europäischen Reisepass mit einem jüdischen Vornamen. Ich gab ihm Antwort und fragte dann: «Und wie heisst du?» Er entgegnete: «Warum?» Ich sagte: «Sie haben mich nach meinem Namen gefragt und ich frage Sie.» Er sagte, er heisse Youssef. Da fing ich an, über Joseph im Alten Testament zu reden. Joseph ist ein Symbol für die Vergebung. Dann fragte ich ihn, ob er die Bedeutung seines Namens kenne. Er sagte, Nein. Ich fragte nach seinem Alter. Er antwortete, dass er 34 Jahre alt sei. Daraufhin meinte ich: «Sie tragen einen Namen 34 Jahre lang, ohne die Bedeutung zu kennen.» Nun war er neugierig geworden. Ich sagte: «Es bedeutet: Er vermehrt. Gott will dein Leben segnen und dir helfen, in allem, was du tust. Allerdings sollst du wie Josef sein.» Da lud er mich zu einem Glas Wasser ein. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch über den Herrn Jesus Christus, der jedes Leben verändern kann. Der Hamas-Beamte hörte sich dann mit allem Respekt die Frohe Botschaft an.

Wie bekamen Sie sonst Kontakt mit Moslems in Gaza-Stadt?

Das kam durch zwei verschiedene Möglichkeiten. Erste Möglichkeit: Die Gemeinde befindet sich im 5. Stock eines Hauses und betreibt eine öffentliche Bibliothek im Erdgeschoss, in der Hoffnung, dass die Schüler und Schülerinnen kommen, um Bücher oder dergleichen zu finden. Ich sass jeden Morgen in dieser Bibliothek und begrüsste alle Studenten, die eintraten, und kam mit einigen ins Gespräch. So konnte ich die Muslime mit Respekt erreichen. Es gibt auch ein Regal für christliche Literatur und ich konnte davon auch manches mitgeben. – Zuerst muss man eine gute Brücke bauen und dann kann man etwas geben. – Die zweite Möglichkeit war: Die Leiterin einer Schule ist Christin und ich durfte mit dem Pastor die Schule morgens um 7.00 Uhr besuchen. Dort konnte ich etwas aus Gottes Wort über den guten Lehrer erzählen. Ich berichtete über das Leben Jesu und Seine Bergpredigt. Die Frauen nahmen das Wort respektvoll auf. Durch Gottes Gnade durfte ich beten und um Segen und Licht für ihre Herzen und Gedanken bitten.

Wie geht es den Christen im Gazastreifen?

Eigentlich ist die Situation sehr hart. Viele haben das Land verlassen. Andere sind in die Westbank gegangen, wo es mehr Freiheit und Leben gibt. In Gaza bleiben wenige. Es gibt eine römisch-orthodoxe Kirche und eine lateinische Kirche, die sind aber nur aus Tradition da und höchstens für eine Stunde am Sonntag offen. Die Baptistenkirche, in der ich war, hat einen aktiven Pastor. So kamen nach vielen Besuchen in der Stadt und in den Häusern am Sonntag etwa 66 Personen zusammen. Wir durften Abendmahl feiern und der Herr hat mir dreimal die Botschaft gegeben (Freitag, Samstag, Sonntag).

Sie haben danach auch eine arabisch-aramäische Israelreise geleitet. Gab es in Israel Probleme wegen der Nationalität der Reiseteilnehmer?

Ja. Zwei Damen sind in Syrien geboren. Obwohl sie die deutsche Staatsangehörigkeit haben, mussten sie am Flughafen von Tel Aviv von 22.00 bis 5.00 Uhr in einer Sicherheitszone bleiben. Ich habe dann am Flughafen auf sie gewartet. Auch manche andere Geschwister, zum Beispiel Ägypter aus Amerika, sind etwa fünf Stunden lang wegen ihrer Ziele befragt worden. Aber gerade wegen dieser langen Wartezeit sind die Geschwister noch neugieriger auf die Reise geworden.

Was hat Sie bei der arabisch-aramäischen Israelreise am meisten beeindruckt?

Die biblischen Orte und auch die wunderbare Art von Bruder Fredi Winkler, wie er mit seinem grossen Wissen alles erklärt hat. Das hat uns alle beeindruckt. Natürlich war das Wetter herrlich. Und die Mischung der Teilnehmer war auch bemerkenswert, aus Ägypten, Syrien, der Türkei, Schweden und Deutschland. Es war sogar ein Ehepaar aus der Schweiz dabei. Auch der Besuch einer arabischen Gemeinde in Israel war sehr beeindruckend und die Gemeinschaft dort. Wir durften dort das Abendmahl mitfeiern.

Planen Sie eine weitere arabisch-aramäische Reise nach Israel?

Ja. Wir haben schon den 5. bis 13. Oktober 2014 dafür reserviert!

Es kursieren verschiedene Theorien darüber, wie es im Nahen Osten weitergehen wird. In welche Richtung, glauben Sie, gehen die Entwicklungen?

Ich glaube an die Worte, die der Meister selbst gesagt hat, in Jesaja 19,25: «Gesegnet sei mein Volk Ägypten, und Assyrien, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil!» Wenn der Herr kommt, wird Er auch ein wunderbares Werk in Ägypten tun. Die Aussage: «Gesegnet sei mein Volk Ägypten», das wird wirklich passieren.

Was ist Ihr grösster Wunsch für die Christen im Orient?

Mehr Gebet und Liebe für die Welt des Islam, dass viele ihre Augen und Herzen öffnen für den Herrn Jesus, den Friedefürsten, die einzige Quelle des Friedens.

Zuerst erschienen in Mitternachtsruf 2/14

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Sind Christen tatsächlich so dumm?

Warum haben Christen den Ruf, so dumm zu sein? Oder anders gefragt: Sind Christen tatsächlich so dumm? Eine Antwort dazu findet sich auf dem Blog Prüft alles von meinem (leiblichen) Bruder Maurits, der diese Frage aus interessanter Perspektive angeht.

Erst kürzlich las ich folgendes Zitat:

„The whole foundation of Christianity is based on the idea that intellectualism is the work of the Devil.“ Frank Zappa

Zu deutsch: Das gesamte Fundament des Christentums ist auf die Idee gegründet, Intellektualität sei das Werk des Teufels.

Diese Aussage ist so ziemlich die Quintessenz dessen, was ich beim Betrachten der atheistischen Szene im Internet (vor allem über Twitter und einiger atheistischer Websites) sehe. Nämlich die Behauptung, religiöse Menschen (seltsamerweise vor allem Christen) widersprächen trotz aller intellektuellen Vernunft jeglicher Logik und hielten – dumm wie sie sein müssen – angesichts größter wahrhaftiger wissenschaftlicher Gegenbeweise starrköpfig und uneinsichtig am Glauben fest.

Lies hier den vollständigen Artikel.

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Die griechischen Fälle, fast so schön wie die deutschen …

Weil ich frecherweise annehme, dass nicht wirklich jemand meine Postings gebrauchen wird, um Koine (Altgriechisch) zu lernen, mache ich auch etwas grössere Sprünge als Bill Mounce sie freundlicherweise in seinem Basics of Biblical Greek unternimmt. – Ausserdem werde ich etwas «vereinfachen» (d.h. Informationen auslassen); die Griechisch-Experten mögen’s mir verzeihen … Trotzdem sollte das hier Dargelegte den Sprachinteressierten schon einen Einblick in Koine-Griechisch vermitteln können.

An dieser Stelle wollen wir vier der fünf verschiedenen grammatikalischen Fälle der Substantive (Hauptworte) im Altgriechischen betrachten.

Der Fall eines altgriechischen Wortes zeigt sich in seiner Wortendung. Das heisst, ein Substantiv kann viele verschiedene Endungen haben, und die Art der Endung macht deutlich, in welchem Fall sich das Wort befindet.

Die Geschlechter

Hier geht’s nicht um den Kampf der Geschlechter, sondern darum, dass ein griechisches Wort drei Geschlechter haben kann, wie im Deutschen: Maskulinum (männlich), Femininum (weiblich) und Neutrum (quasi geschlechtslos).

Wie im Deutschen auch muss ein Wort, das im Femininum steht, nicht zwingend etwas «Weibliches» sein. γραφἥ heisst Schriftstück, steht im Femininum, ist aber nicht ausdrücklich irgendetwas «frauliches». Oder διδἅσκαλος heisst Lehrer, steht im Maskulinum, aber das heisst nicht, dass jeder Lehrer ein Mann ist.

(Achtung: Meine Tastatur für Griechisch ist irgendwie nicht in der Lage, Akzente ohne Atemzeichen zu setzen, darum haben Akzente wie über diesem é im Koine immer noch ein zusätzliches Atemzeichen über dem Vokal wie hier ἅ, was eigentlich nicht dahin gehört. Atemzeichen gibt’s nur über dem ersten Vokal eines Wortes, ansonsten nicht.)

Nominativ (Werfall)

Der Nominativ zeigt im Koine hauptsächlich das Subjekt des Satzes. Im Satz: «Ein Christ ist auf Durchreise» ist «Christ» das Subjekt. Er steht im Altgriechischen also im Nominativ und mit der entsprechenden Wortendung.

Akkusativ (Wenfall)

Ist ein Wort in einem Satz das Akkusativobjekt eines Verbs, steht es im Altgriechischen im Akkusativ und mit der entsprechenden Wortendung. Im Satz: «Ein Christ liebt den Herrn Jesus» ist «Herrn Jesus» das Akkusativobjekt und steht im Griechischen im Akkusativ, mit der entsprechenden Wortendung.

Genitiv (Wesfall)

Im Koine kann das Genitiv benutzt werden, um Besitz/Eigentum anzuzeigen. Zum Beispiel im Satz: «Ich gehe in das Haus des Vaters» würde im Griechischen «des Vaters» im Genitiv und mit entsprechender Wortendung stehen. («Ich» ist Nominativ, «gehe» ist Verb, «Haus» ist Akkusativ und «Vaters» ist Genitiv.)

Dativ (Wemfall)

Der Dativ kann im Griechischen vielfältig verwendet werden. Steht ein Hauptwort im Dativ, können passende Schlagworte auf Deutsch dazu «zu», «in» und «mit» sein.

Griechische Worte im Dativ sind unter anderem auch das Dativobjekt (indirekte Objekt) eines Satzes. Im Satz: «Gott gab der Welt Seinen Sohn» steht im Griechischen «der Welt» im Dativ, da dies das Dativobjekt ist.

Anders gesagt: Wem gab Gott Seinen Sohn? Antwort: Der Welt. Das ist der Dativfall, und so hat im Koine das Wort «Welt» die entsprechende Dativ-Wort-Endung.

Deutscher Beispielssatz für obige vier griechischen Fälle: «Der Sohn (Nominativ) des Menschen (Genitiv) gibt (Verb) Seinen Jüngern (Dativ) Seinen Geist (Akkusativ)

Besonderheiten

Im Altgriechischen kann die Wortreihenfolge verwirrend sein. Im Koine sehen wir den Fall eines Wortes nicht zwingend an seiner Position im Satz, sondern immer an seiner Endung.

Im Griechisch-Wörterbuch findet man die griechischen Substantive immer im Fall Nominativ und Singular.

Es gibt drei verschiedene Beugungen im Koine. Diese Regel habe ich am Anfang nicht verstanden; jetzt scheint sie mir klar, und ich komme in einem späteren Beitrag darauf zurück.

Worttabelle

Griechische Hauptworte in der ersten und zweiten Beugung können in den oben erwähnten, vier verschiedenen Fällen in ihren jeweiligen Geschlechtern und im Singular und Plural wie folgt aussehen (die Endungen, die den Fall zeigen, sind rot markiert).

Maskulinum (2. Beugung)

  • Nominativ, Singular, Maskulinum: λὅγος (z.B.: «Das Wort geht um die Welt.»)
  • Genitiv, Singular, Maskulinum: λὅγου (z.B.: «Freund des Wortes.») 
  • Dativ, Singular, Maskulinum: λὅγῳ (z.B.: «Er stimmt dem Wort Gottes zu.»)
  • Akkusativ, Singular, Maskulinum: λὅγον (z.B.: «Gott spricht das Wort.»)
  • Nominativ, Plural, Maskulinum: λὅγοι (z.B.: «Die Worte gehen um die Welt.»)
  • Genitiv, Plural, Maskulinum: λὅγων (z.B.: «Freund der Worte.»)
  • Dativ, Singular, Maskulinum: λὅγοις (z.B.: «Er stimmt den Worten Gottes zu.»)
  • Akkusativ, Singular, Maskulinum: λὅγους (z.B.: «Gott spricht die Worte.»)

Femininum (1. Beugung)

  • Nominativ, Singular, Femininum: γραφἥ (z.B.: «Das Schriftstück gehört mir.»)
  • Genitiv, Singular, Femininum: γραφῆς (z.B.: «Der Inhalt des Schriftstücks.»)
  • Dativ, Singular, Femininum: γραφῇ (z.B.: «Der Redakteur gibt dem Schriftstück den letzten Schliff.»)
  • Akkusativ, Singular, Femininum: γραφἥν (z.B.: «Der Redakteur gibt ihm das Schriftstück.»)
  • Nominativ, Plural, Femininum: γραφα (z.B.: «Die Schriftstücke gehören mir.»)
  • Genitiv, Plural, Femininum: γραφῶν (z.B.: «Der Inhalt der Schriftstücke.»)
  • Dativ, Singular, Femininum: γραφαῖς (z.B.: «Der Redakteur gibt den Schriftstücken den letzten Schliff.»)
  • Akkusativ, Singular, Femininum: γραφἅς (z.B.: «Der Redakteur gibt ihm die Schriftstücke.»)

Neutrum (2. Beugung)

  • Nominativ, Singular, Neutrum: ἕργον (z.B.: «Die Arbeit im Weinberg des Herrn.»)
  • Genitiv, Singular, Neutrum: ἕργου (z.B.: «Der Lohn der Arbeit.»)
  • Dativ, Singular, Neutrum: ἕργῳ (z.B.: «Er gibt der Arbeit einen schlechten Ruf.»)
  • Akkusativ, Singular, Neutrum: ἕργον (z.B.: «Er geht zur Arbeit.»)
  • Nominativ, Plural, Neutrum: ἕργα (z.B.: «Die Arbeiten sind vollendet.»)
  • Genitiv, Plural, Neutrum: ἕργων (z.B.: «Die Vollendung der Arbeiten.»)
  • Dativ, Singular, Neutrum: ἕργοις (z.B.: «Er gibt den Arbeiten eine besondere Note.»)
  • Akkusativ, Singular, Neutrum: ἕργα (z.B.: «Sie bringen ihm die Arbeiten.»)

Besonderheiten der Fälle

Es gibt acht Substantiv-Regeln, die auch die Besonderheiten der Fälle ansprechen. Ich liste sie in einem der späteren Koine-Beiträge auf. Das bisher Geschriebene soll’s für diesen Montag gewesen sein. Nur noch folgende Hinweise, die vielleicht noch interessant sind:

Im Femininum in der 1. Beugung muss man sich technisch gesehen für Nominativ/Singular keine Wortendung merken. In der Praxis enden 1.-Beugungs-Substantive im Nominativ/Singular/Femininum immer entweder mit Alpha (α) oder Eta (η).

Im Dativ treffen wir das beim letzten Mal schon angesprochene tiefgestellte Iota an. Im Dativ (Singular und Plural) gibt es immer ein Iota am Ende, und wie wir sehen, ist es im Singular immer tiefgestellt, und zwar in der 1. und 2. Beugung.

Die Regel ist die: Wenn möglich, wird im Dativ das Iota tiefgestellt (und das ist unter den Vokalen α, η und ω möglich).

Es gibt noch mehr Regeln und Hinweise, aber das soll für’s Erste genügen. Wichtig sind die roten Endungen, die zeigen, in welchem Fall ein Hauptwort im griechischen Satz sich jeweils befindet.

Nächsten Montag werden wir aber einen Freund und Helfer kennenlernen, der es uns noch leichter macht, den Fall eines griechischen Hauptwortes ausfindig zu machen. – Denn es gibt ja da die bislang noch nicht angesprochene 3. Beugung, die obige Regeln wieder verändert, aber der Freund und Helfer, der nächsten Montag kommt, verändert sich nie und taucht im Griechischen sehr häufig auf …

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Sieben bekannte, aber kaum genutzte Wege, andere zu ermutigen

Auf der Suche nach empfehlenswerten christlichen Blog-Postings stiess ich auf einen Beitrag von Danny Fröse. Er stellt richtigerweise fest:

Die technischen Möglichkeiten sind heute unbegrenzt und jedem steht es offen, andere per Knopfdruck mit seinen aufbauenden Worten zu erreichen.

Aber das war nicht immer so.. Zur Zeit der Bibel gab es bis auf den Brief kein Mittel, mit dem man Menschen in der Entfernung ermutigen konnte. Wir können dem Apostel Paulus und anderen Briefeschreibern dankbar sein, dass sie sich hingesetzt haben um Ihnen nahestehende Gemeinden zu ermutigen.

Das Problem, das ich sehe, ist: Heute haben wir geradezu unbegrenzte Möglichkeiten, doch wir nutzen sie kaum noch.

Nachfolgend gibt er sieben zwar eigentlich offensichtliche, aber in der Tat wenig beachtete Tipps, wie wir andere Mitchristen ermutigen können. Dieser Beitrag wiederum hat mich ermutigt und angespornt, meine vielen Mittel und Möglichkeiten bewusster zur Auferbauung meines Nächsten einzusetzen.

Lies hier den vollständigen Artikel.

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Grenzenlose Freude

Die Bibel schreit’s eigentlich immer wieder laut hinaus: Ein Mensch kann den Sinn seines Lebens und bleibende Freude nur in Jesus Christus bzw. Gott selbst finden.

Christen, die auf ein langes Leben mit ihrem Herrn und Gott zurückblicken, können zweifellos bestätigen:

Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gottlosen (Psalm 84,11).

Der Teufel will uns weismachen, Gott sei ein Spielverderber, eine Spassbremse, ein Langweiler, ein Tyrann oder sontstirgendwer Unangenehmes und Jesus sei nur irgendein Mensch. Das ist nicht wahr. Einerseits ist es überaus wahr und schrecklich, als unerlöster Sünder in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen (Hebräer 10,31), andererseits ist dieser Gott aber die einzige Quelle für bleibende Freuden. Und Er will uns diese Freude durch Jesus Christus, der rettet, lebt und grösser ist, umsonst geben, wie Er sagt: «Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst» (Offenbarung 21,6). Und: «Wen dürstet, der komme; wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst» (Offenbarung 22,17).

Die Bibel sagt mehrfach, dass derjenige, der an Jesus Christus glaubt, ewiges Leben hat. Jesus Christus erklärte, dass Er gekommen ist, damit Seine Erlösten «Leben haben und es in Überfluss haben» (Johannes 10,10). Und in einem Gebet zu Gott dem Vater sagte Er: «Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen» (Johannes 17,3).

Die Definition von ewigem Leben, von Leben in Überfluss, ist, Gott den Vater und Gott den Sohn zu kennen. Dieses persönliche Kennen ist uns schon auf dieser Erde möglich durch Gott den Heiligen Geist (Johannes 15,26) und wird im Himmel ihre tiefste und unausschöpflichste Fülle haben. Ewiges Leben ist demnach eine tiefe, andauernde, unerschütterliche «Familienbeziehung» des Geschöpfs zu seinem Schöpfer. Und genau das ist der Sinn unseres Lebens!

Denken wir für einen Moment über das köstliche Wunder der Dreieinheit nach. Für viele Menschen, leider auch Christen, ist diese Lehre ein abstraktes, theologisches Gedankenkonstrukt ohne Auswirkungen auf ihr praktisches Leben. Doch die Dreieinheit ist nicht irgendeine kirchliche Erfindung, eine theologische Fingerübung oder irgendein weltfremdes Dogma, das Christen nun einmal bestätigen müssen.[1]

Nein, der dreieine Gott ist und wird die Quelle ewiger Freuden für diejenigen sein, die an Jesus Christus glauben. Dreieinheit bedeutet: Der eine Gott ist drei Personen. Drei Personen sind ein Gott. Sie sind voneinander unterschieden und doch eins. Gott der Vater ist nicht Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist, aber Er ist Gott. Gott der Sohn ist nicht Gott der Vater und Gott der Heilige Geist, aber Er ist Gott. Gott der Heilige Geist ist nicht Gott der Vater und Gott der Sohn, aber Er ist Gott.

Viele Christen gehen über diese Definition aber nicht hinaus. Sie wissen es, aber sie erfreuen sich nicht weiter daran. Doch gerade diese Wahrheit sollte unser Leben prägen, auf den Kopf stellen und unsere Freude mehren! Warum?

Laut Paulus ist Gott «der Selige» (1. Timotheus 1,11) und laut Johannes ist Er Liebe (1. Johannes 4,16). Das heisst: Er ist in sich selbst völlig glücklich. Vater, Sohn und Geist führen in sich eine perfekte, ewige Beziehung, geprägt von vollkommener Liebe und Glückseligkeit. Der dreieine Gott braucht uns nicht, um zu Seiner Seligkeit oder Seiner Vollkommenheit hinzuzufügen.

Dass Jesus lebt, bedeutet also nichts anderes, als dass der dreieine Gott Seine ewige und vollkommene Glückseligkeit, Freude und Liebe mit den Menschen teilen will! Der Sohn wurde nicht etwa Mensch und unser ewig lebender Stellvertreter und Fürsprecher vor dem Vater, weil Gott uns braucht, sondern weil wir Gott brauchen.

Christen glauben an einen persönlichen, beziehungsfähigen Gott. Sie glauben, dass Gott der Vater der beste Vater ist, den man nur haben kann, weil Er schon immer liebender Vater war und sein wird. Sie glauben, dass Gott der Sohn ihr bester Stellvertreter ist, weil Er schon immer Sohn war und sein wird. Sie glauben, dass Gott der Heilige Geist ihr bester Tröster ist, weil Er schon immer Beistand war und sein wird.

Der Vater ist kein herrischer Tyrann, denn Er weiss aus eigener, ewiger Erfahrung, was es bedeutet, ein Vater zu sein. Er hat nicht plötzlich beschlossen: «So, jetzt werde ich einmal Vater; schauen wir mal, wie das läuft.» Nein, Er ist liebender Vater von Ewigkeit her!

Der Sohn, in dem wir durch den Glauben an Ihm sind, ist unser bester Stellvertreter, weil Er von Ewigkeit her der tadellose Sohn ist, der immer den Willen des Vaters tut. Das heisst, wenn Gott der Vater uns durch Seinen Sohn betrachtet, dann sieht Er in uns immer einen tadellosen Gottessohn oder eine tadellose Gottestochter.

Der Heilige Geist, mit dem die Erlösten versiegelt werden, ist unser bester Beistand, da Er von Ewigkeit her bei Gott ist und die tiefste, reinste und schönste Vater-Sohn-Beziehung erfüllt. Seine Kraft ist eine ewige Kraft, die schon immer da war und immer da sein wird, und diese Kraft hält uns fest.

Stellen Sie sich eine menschliche Freundesclique vor: Da gibt es eine Gruppe von Freunden, die sich blind verstehen und vertrauen. Diese Freunde sind anhänglicher als Geschwister und sie können sich allezeit an ihrer tiefen, freundschaftlichen Liebe untereinander erfreuen. Sie sind wie Pech und Schwefel.

Von aussen in eine solche Clique hineinzukommen, ist schwer. Die Insiderwitze der Freunde verstehen sowieso nicht alle und die Clique ist in der Regel auch lieber für sich. Sie können niemanden gebrauchen, der ihre perfekte Mischung in unerwünschter Weise aufmischt. Das Gute dieser Freundschaft soll nicht durch unpassende Aussenseiter aufs Spiel gesetzt werden. Freunde bleiben unter sich.

Gott dagegen blieb nicht unter sich. Er öffnete sich, Er öffnete den Himmel. Er will Seine Liebe und Freude über uns ausgiessen. Er will Seine perfekte Glückseligkeit mit uns teilen. Er will, dass wir Teil der besten «Clique» werden und dass wir ewig die Freude einer Beziehung mit dem allein glückseligen und liebenden Gott geniessen.

Das bedeutet: Jesus lebt. Er lebt, damit wir leben können. Sein Leben sichert uns das ewige Leben, nämlich den Zugang in die Familie Gottes. Der Sohn verliess Seine «Komfortzone», wurde Mensch, starb, um uns zu retten, und auferstand, damit wir ewig leben können.

Was auch immer Sie für ein Bild oder eine Meinung von Gott haben, es ist garantiert zu schwach. In Ihm selbst liegen Reichtümer und Schätze der tiefsten Freude und unbegrenzten Fülle verborgen, die Sie in einer ewigen Familienbeziehung mit Ihm selbst nie bis zum Ende werden ausschöpfen können.

Jonathan Edwards wusste:

Gott ist das höchste Gut der vernünftigen Kreatur, und die Freude an Ihm ist die einzige Freude, mit der unsere Seelen befriedigt werden können. In den Himmel zu gehen, um sich völlig an Gott zu erfreuen, ist unendlich viel besser als die angenehmsten Dinge hier. Väter und Mütter, Ehemänner, Ehefrauen, Kinder oder die Gemeinschaft irdischer Freunde sind nur Schatten. Aber die Freude an Gott ist das Wesentliche. Diese sind nur vereinzelte Strahlen, aber Gott ist die Sonne. Diese sind nur Bäche, aber Gott ist die Quelle. Diese sind nur Tropfen, aber Gott ist der Ozean.[2]

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[1] Einige Bibelstellen, die von der Dreieinheit Gottes sprechen: Matthäus 28,19; 2. Korinther 13,13; Galater 4,6; Epheser 3,14-17; Hebräer 9,14; 1. Petrus 1,2; Offenbarung 1,4.5.

[2] Jonathan Edwards, «The Christian Pilgrim», Predigt aus 1733, zitiert von Alister E. McGrath, A Brief History of Heaven (Malden, MA: Blackwell, 2003), S. 115, zitiert von Randy Alcorn, Eternal Perspectives.

Mein grösster Wunsch

Was jetzt kommt, sollte mein grösster Wunsch sein; ist es aber nicht immer. Oder anders gesagt: Ich wünsche es nicht immer bewusst. Letztendlich ist dieser Wunsch der tiefste Wunsch jedes Menschen, auch wenn’s die wenigstens bewusst wahrnehmen oder wahrhaben wollen.

Es hängt eng mit unserem unersättlichen Streben nach Glück zusammen. Der alttestamentliche König David nahm diesen Wunsch bewusst wahr:

Eins habe ich von dem Herrn (Jahwe) erbeten, danach will ich trachten: zu wohnen im Haus des Herrn (Jahwes) alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Lieblichkeit des Herrn (Jahwes) und nach ihm zu forschen in seinem Tempel (Psalm 27,4).

Jeder Mensch möchte glücklich sein. Und das tiefste Glück ist zu finden in Gott selbst und Seinem Sohn. Das ewige Leben ist, den Sohn und Gott den Vater zu kennen (Johannes 17,3).

Das wusste David. Darum bat er Jahwe, den dreieinen Gott der Bibel, um eine Sache. Er trachtete nach einer Sache: Ungetrübte, ungebrochene und andauernde Gemeinschaft mit Gott selbst.

David drückt es so aus:

Erstens. Er möchte alle Tage seines Lebens im Hause Gottes wohnen. Er möchte dort wohnen, wo Gott ist, und zwar immer. Wo Gott ist, ist seine Heimat, sein Zuhause, seine Familie.

Zweitens. Er möchte die Lieblicheit des Herrn anschauen. Er möchte den Herrn erfahren, Ihn «spüren», Seine Schönheit sehen. Er möchte «die Fülle von Freuden» vor Seinem Angesicht und die «Lieblichkeiten» in Seiner Rechten erfassen und niemals mehr loslassen (Psalm 16,11).

Drittens. Er möchte nach Gott in Seinem Tempel forschen. Er möchte Ihn immer besser kennenlernen. Er möchte über alles das nachdenken und nachforschen, was mit Gott in Zusammenhang steht.

Wonach David sich sehnte, war eine tiefe, erfüllende und lebendige Beziehung zu Gott dem Vater im Himmel.

Das Atemberaubende heute ist: Wonach David trachtete, ist heute für denjenigen, der an Jesus Christus glaubt, auf eine Weise möglich, wie es David in seinen kühnsten Träumen sich nicht vorzustellen wagte.

Christen sind «in Christus» selbst versetzt (Epheser 1-2). Sie sind Söhne und Töchter Gottes (Römer 8). Sie haben beständig freien Zugang zu Gott dem Vater im Himmel (Hebräer 4; 8). Sie müssen nicht suchen, nicht kämpfen, nicht arbeiten, um in Gottes lebensspendende Gegenwart zu gelangen, sie können bei Ihm sein, jederzeit. Sie sind Hausgenossen Gottes (Epheser 2).

Das heisst: Seit Eden vor dem Sündenfall war es in der Menschheitsgeschichte noch nie so einfach, die tiefste Freude und Erfüllung in Gott selbst zu finden, als heute. Wir können die Fülle, das Leben in Überfluss, jederzeit anzapfen, wenn wir die Gemeinschaft mit Gott, die Er ausdrücklich will, aktiv pflegen.

Wie tun wir das? Einfach eigentlich; so, wie man Gemeinschaft mit seinen Lieben hier auf Erden pflegt. Wir reden zu Ihm (Gebet). Wir lassen Ihn zu uns reden (Bibel). Wir denken über Ihn nach. Wir suchen die Gemeinschaft derjenigen, die Ihn auch lieben (Gemeinde). Wir tun, was Er will, weil wir glauben und wissen, dass das Beste für unser Leben ist (Gehorsam).

Und so wachsen wir, in der Freude, im Geist, in der Weisheit, in der Nachfolge, und das unabhängig von unseren Umständen, unserer Kraft und unserem Intellekt. Und jederzeit, ohne Unterlass, egal, wie’s uns geht oder was wir fühlen, können wir die Lieblichkeit des Herrn anschauen und nach Ihm forschen, weil wir schon in Seinem Haus wohnen und zu Ihm sagen dürfen: «Abba, Vater.»

Darum ist mein grösster Wunsch: Meinen Gott und Vater und meinen Herrn und Erlöser Jesus Christus immer besser kennenzulernen.

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Gottes Plan für die Menschen

In meinem Artikel «Gott hat einen wundervollen Plan für dein Leben» versuchte ich bereits aufzuzeigen, worin tatsächlich der wundervolle Plan Gottes für die Menschen besteht. Mein Bruder Maurits ist schon vor einiger Zeit aus heilsgeschichtlicher und sehr interessanter Sicht auf diese Frage eingegangen. Er schreibt:

Am Anfang schuf Gott Adam und Eva im Garten Eden. In 1.Mose 2,15 steht, dass Gott den Menschen, den er erschaffen hatte in den Garten Eden setzte, in 1.Mose 3,8 lesen wir, dass Gott selbst im Garten spazieren ging. Außerdem unterhalten sich Adam, Eva und Gott direkt, persönlich.
Hier lesen wir von einer sehr persönlichen, innigen Beziehung zwischen Gott und Menschen. Und das – davon bin ich überzeugt, ist der Plan Gottes mit den Menschen. Dieser zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel und ist das Ziel der gesamten Heilsgeschichte.

Es lohnt sich, diesen Artikel zu Ende zu lesen. Er bringt es sehr gut auf den Punkt, besser als mein «Gott hat einen wundervollen Plan für dein Leben». Lies hier.

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Die Wigtown-Märtyrerinnen

Ein Blick auf die Kirchengeschichte oder auch auf die Gegenwart jenseits unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft kann dazu beitragen, dass wir unsere Wehwehchen wieder in der richtigen Perspektive sehen oder uns einfach nur im Glauben stärken bzw. ermahnen lassen.

Janice erinnert auf dem Blog Waiting At His Doorway an die sogenannten Wigtown-Märtyrerinnen.

Es geht um Margaret MacLachlan (1622 – 1685) und Margaret Wilson (1667– 1685) aus Wigtownshire in Schottland. Beide wurden dazu verurteilt in der Flut ertränkt zu werden, weil sie Christus treu waren und sich weigerten, den katholischen König James VII. per Schwur als Haupt der Kirche zu bekennen.

Lies hier weiter.

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